Alles englisch!( Anita Koschorrek-Müller)

„Hallo, Oma! Was machst du denn in der Stadt?“

„Hallo, mein Junge! Ich war zur Fußpflege und wollte jetzt nach Hause.“

„Oma, dann lass uns doch ’nen Kaffee trinken. Ich hab grad‘ ein bisschen Zeit.“

„Ach, Junge, dass du mal Zeit für deine alte Oma hast. Ich lad‘ dich natürlich ein. Ihr Studenten seid ja immer ein bisschen knapp bei Kasse.“

„Danke, Oma.“

Die beiden gehen ins nächste Café.

„Wie ist denn deine neue Wohnung und wie läuft’s an der Uni?“

„Wohnung ist super! Jeder hat ein großes Zimmer und wir haben ’nen coolen Balkon.“

„Oh, das ist praktisch. Da kannst du schön die Wäsche trocknen.“

„Mmh, ja. Kannst aber auch super chillen.“

„Is wahr? Ist das denn nicht zu laut, wegen der Nachbarn?“

„Nee, Oma, chillen is nix Lautes. Das is so was wie abhängen.“

„Ja, ja, die Wäsche müsst ihr dann schon abhängen, sonst habt ihr ja keinen Platz. Wie sind denn die anderen, mit denen du zusammenwohnst? Sind die denn nett und sauber?“

„Wir sind nur Jungs und verstehen uns prima. Alles easy, Oma.“

„Stell ich mir schwierig vor, wenn da nur eine Frau dabei ist. Ist für die Isy sicher nicht so einfach mit lauter Kerlen.“

Oma lacht.

„Ne, Oma, das hast du falsch verstanden. Wir sind wirklich nur Jungs.“

„Ach so? Und an der Uni? Kommst du denn da zurecht und kannst du denn da auch ordentlich zu Mittag essen?“

„Mmh, die Leute sind ganz hip. Das passt schon.“

„Na, ich weiß nicht? Ich halte ja von diesem Gläschenzeugs gar nichts. Deine Mutter hat das auch nicht gekauft, als du noch klein warst. Lieber richtig gekocht, Kartoffeln, Möhren, ein bisschen Butter dazu und dann püriert.“

„Oma, was denn für Gläschenzeugs?“

„Na, HIPP heißt doch die Firma, die diese Babynahrung herstellt.“

„Ne, Oma, das hast du falsch verstanden. Hip heißt, dass die Leute voll cool sind.“

„Ach, Junge, kannst du nicht Deutsch mit mir reden?“

„Hast recht Oma, sorry! Jetzt muss ich aber los.“

„Ich auch, mein Junge. Der Bus kommt gleich.“

Oma und Enkel verlassen das Café.

„Also der Kaffee hier war richtig gut. Der Kaffee, den ich zu Hause trinke, kommt aus Südamerika. Ich wusste gar nicht, das dieser afrikanische so gut schmeckt.“

„Also Oma, woher weißt du denn, dass der aus Afrika kommt?“

„Da steht’s doch: Kaffee-TOGO. Togo liegt doch in Afrika, oder etwa nicht?“

 

(erschienen Juni 2017 in der Seniorenzeitung „Erfahrungsschatz“,

Verbandsgemeinde Trier-Land)