Christine Reiter

Als ich zu schreiben begann, waren es Familiengeschichten, mit denen ich etliche Schulhefte füllte. Buchstabe für Buchstabe malte ich auf die Linien der Hefte für Erstklässler. Ein besonders schönes Heft mit blauem Kartoneinband – meine Eltern hatten es mir während eines Frankreichurlaubs geschenkt – gestaltete ich als Muttertagsgeschenk, indem ich es mit Geschichten über meine Eltern und meine drei Geschwister füllte. Ein „richtiges“ Buch sollte es sein; deshalb stellte ich ein Inhaltsverzeichnis voran und unterteilte meine Geschichten in Kapitel. Zuletzt wurde mein „Buch“ noch mit entsprechenden Fotos ausgeschmückt.

Als ich dann zum Gymnasium ging, wichen die Familiengeschichten zugunsten von Erzählungen über soziale Probleme: Da gab es den „Engel von nebenan“, ein griesgrämiger Mensch, der sich aber zum Guten wandelte und schließlich sozial Schwachen half; außerdem erzählte ich über „John, den Clown“, der gute Ansätze hatte, aber schließlich genauso als Alkoholiker endete wie bereits seine Vorfahren: Eifrig bediente ich mit meinen Geschichten, die ich mit großem Enthusiasmus schrieb, sämtliche Klischees … Einige der Erzählungen heftete ich fein säuberlich in einem bunten Ringbuch ab, das wiederum als Muttertagsgeschenk diente.

Aber die meisten Geschichten wie auch meine ursprünglich heißgeliebten Tagebücher empfand ich zu Pubertätszeiten zu kitschig – und verbrannte sie feierlich!

Nach dem Abitur fand ich mich dann irgendwann bei der schreibenden Zunft wieder: Während und auch nach einem Volontariat beim Saarländischen Rundfunk schrieb ich für den Rundfunk zahlreiche Artikel, angefangen bei einem Bericht über die Saarbrücker Brunnen bis hin zu Beiträgen für ein Drehbuch zu einer Kultursendung, in der über Madame Bovary sowie die Handlungsorte dieses gleichnamigen Romans von Flaubert berichtet wurde.

Den Studiengang „Journalismus“ gab es zu der damaligen Zeit nur in sehr wenigen Orten Deutschlands, in Saarbrücken, wo ich studieren wollte, jedenfalls nicht. Was bot sich also eher an, als Germanistik zu studieren? Nach meinem abgeschlossenen Magisterstudium der Fächer Germanistik, Französisch und Geschichte lag der Fokus meiner Schreibaktivität vollkommen auf Fachaufsätzen, arbeitete ich als wissenschaftliche Journalistin und schrieb parallel dazu meine Dissertation.

Ein sachlicher Schreibstil war angesagt und meine Familiengeschichten sowie fiktionalen Erzählungen gerieten mehr und mehr in Vergessenheit.

Irgendwann  — ich hatte mittlerweile eine eigene fünfköpfige Familie – übergab mir meine Mutter ein kleines Schulheft mit blauem Kartoneinband und ein buntes Ringbuch mit säuberlich abgehefteten Geschichten. Die Hefte sollten nicht verlorengehen, wenn sie einmal nicht mehr da sei …

Und auf einmal wuchs in mir der Wunsch, nicht mehr nur Fachaufsätze zu schreiben, sondern mal wieder in kleinen Geschichten meiner Fantasie freien Lauf zu lassen … Mit großer Begeisterung schreibe ich immer mal wieder die eine oder andere Kurzgeschichte, auch ein paar Gedichte gehören zu meinem Repertoire. Und seit ich mich mit ebenso Schreibbegeisterten in AutorenForen austausche, macht mir die Arbeit an den eigenen Texten noch mehr Freude!

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